Vergiss-mein-nicht
13.03.2008
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle meine Kolumne über meinen neuen, besten Freund TütenMilch sehen. Leider vergaß ich, nach 3 Stunden Feinabstimmung meines zweiseitigen Werkes, zu speichern. Das passiert meiner 75jährigen Oma - die vor einigen Monaten beschlossen hat, ihrem in Spanien lebenden Neffen Nachrichten mit Inhalt „Hallo.Mir-geht’s-gut.Gruss-Nandl“ mailt - seit 2 Monaten nicht mehr.
Ich hingegen versuche permanent, Dokumente zu öffnen, die nicht existieren. Die Notwendigkeit, zu speichern, vergisst mein Hirn und lässt sich auch nicht anders programmieren. Nicht dass mir das nur beim Speichern passiert. Heute komme ich vom Einkaufen, will die Einkaufstasche kurz in die Wohnung stellen bevor ich meine Post hole, als ich feststelle, dass mein Schlüssel verschwunden ist. Gerade war er noch da. Er muss da gewesen sein. Ich bin damit Auto gefahren. Ich habe damit gerade meine Wohnungstür aufgesperrt. Eigentlich spüre ich ihn quasi noch in der Hand, aber: er ist weg.
Oder zumindest nicht da, wo er sein sollte. Nicht in der Jackentasche, nicht auf der Schrankablage, er steckt auch nicht im Schloss. Und er kommt auch nicht, wenn ich ihn rufe. (Verzweiflung macht erfinderisch.)
Wahrscheinlich liegt er neben der Rechnung, die ich seit 1 Monat zahlen würde, wäre sie nicht spurlos verschwunden. Und neben meiner Brille, von der ich immer noch überzeugt bin, dass sie eigentlich im Bad sein muss. Aber nicht ist. Die brauche ich ja jetzt nicht mehr, weil ich ohne Schlüssel nicht mehr weit komme.
Ein anderes Beispiel für sich ausbreitende Vergesslichkeit: mitten im Geschäft fällt mir heute ein, dass ich dringend mein Handy aufladen muss. Weil ich so was unter keinen Umständen vergessen darf, schreibe ich’s mir auf meine „To do-Liste“. Zumindest versuche ich’s, bis ich feststelle, dass sie nicht in meiner Tasche ist. Weder in der Einkaufstasche noch in der Hosentasche. Sie ist: weg. Zuhause angekommen, finde ich sie auf der Badablage, wo eigentlich meine Brille liegt. Überflüssig zu sagen, dass ich mein Handy noch immer nicht aufgeladen habe.
Manchmal überlege ich, ob es nicht eventuell für solche Fälle wie mich Kurse KVW gibt: »Erinnern leicht gemacht« zum Beispiel, oder »Suchen und Finden – eine Selbsterfahrung«. Nach längerem Suchen finde ich immerhin das Kursverzeichnis, das aber solche Lehrgänge für mich nicht auf Lager hat.
Da fällt mir ein: meine Freundin hatte mal ein Gerät zur Wiederauffindung verlorener bzw. verlegter Gegenstände.
Jedes Teil wird mit einem Sender ausgestattet, und wenn man mit dem Suchgerät ein Zeichen gibt, meldet es sich mit einem Pfeifton. So etwas muss ich unbedingt haben! Die Sache hat nur einen Haken:
Wie finde ich das Suchgerät wieder, wenn es weg ist?