Think pink - immer und überall
14.11.2011
Meist ist es ja so: wenn man am Boden liegt, kommt garantiert jemand und tritt nach.
So wie es eben auch mit Griechenland ist. Mit Italien oder mit Spanien. Am Boden zerstört, bankrott, brauchen sie (wir) für den Spott nicht zu sorgen.
Griechenland ist nun also keinen Pfifferling mehr wert. Es sei nur mehr eine Frage der Zeit, bis alles in Flammen aufgehe, bildlich gesprochen. Das sagen alle, die glauben, was davon zu verstehen. Bald schon würde die EU nicht mehr zu retten sein, wir wieder mit Lire bezahlen. Experten rechnen ermüdend oft vor, warum es weder Ausweg noch Rettung gebe.
Das alles erinnert mich immer an meinen Bankberater, von dem ich bei jeder Behebung einen halbstündigen Vortrag genoss. Ich sei im Minus, direkter Kurs auf Ausweglosigkeit, und sowieso hätte ich ja kein Einkommen und erst recht keine Ahnung vom Haushalten. Mit letzterem hatte er Recht und Unrecht zugleich – ich hatte nichts, bekam nichts, doch ich schaffte es immer, mit Aushilfsjob aus der Misere zu kommen. Nicht unbedingt aus der Misere, doch zumindest soweit, dass weder die Bank noch die Gläubiger mir an den Kragen konnten.
Griechenland hingegen scheint total am Arsch zu sein – statt „Griechischer Wein“ fällt uns nun eher das Lied vom Tod ein. Berühmter als Aristoteles scheint nun Papandreou zu sein, auf unsere bevorzugten Reiseziele wie Kreta, Naxos, oder Santorini scheinen nun eher die hiesigen Beamten zu flüchten.
Aber hey - ein Land, dessen Bewohner die Akropolis von Athen erschaffen haben, lässt sich doch von ein paar Nullen auf dem Haushaltsplan nicht einschüchtern.
Irgendwie kommt man immer wieder aus dem Schlamassel – auch wenn vielleicht im Moment nicht so scheint.
Vor einigen Jahren zum Beispiel wäre ich nirgends lieber als ins griechische Exil geflüchtet – gerade ein Studium abgebrochen, mit einer 1-jährigen Mitbewohnerin gesegnet, deren Nachname zufällig identisch mit meinem ist und für die ich zu 100% verantwortlich bin. Mein Bankberater… na ja, ihr wisst schon. Meine Eltern… na ja, ihr könnt es euch denken. Meine Vermieterin… war froh, nach einigen Monaten den Ansatz einer Miete verbuchen zu können.
Einige Jahre später - mein Bankberater ist inzwischen Landwirt, meine Eltern sind komplett ergraut und mein Zögling spricht, isst und denkt selbstständig. Es ist nicht immer alles rosarot, doch das würde mich auch zu Tode langweilen.
Und auch mit der Politik funktioniert es so – es kann nicht immer nur nach oben gehen, manchmal stürzt man eben ab. Wir können jammern, uns sorgen, drauf scheißen- oder wir könnten es auch total spannend finden, was grad passiert.
Was auch immer wir machen – es ändert alles. Nicht für die anderen, aber für uns.
Während andere Politiker den schwarzen Gürtel in schlechter Laune tragen, läuft Sarkozy überglücklich mit einem Plüschteddy durch Berlin.
Ich bin für gute Laune – immer und überall. Think pink - wie denkt ihr?