The KotX-Factor
16.09.2011
Wer kotzt am meisten – das ist montags im Bus immer die Frage. Die ja schwierig zu erörtern ist, wenn man sich nicht täglich bzw. montäglich sieht. Nun geht’s zum Glück wieder ins neue Schuljahr, womit der Wettbewerb gesichert wäre.
Folgende Dialoge bereichern regelmäßig meinen Wochenanfang:
A:
„Ou, i wor so voll, i hon sicher 3 Mol übers Glander gspieben.“
B:
„Ma dai, i was nit amol mehr, wo i gspieben hon.“
Angezickte Freundin von D:
„Auf meine Fiasse, du Trottel!“
C:
"Ma dio, du wersch sell no wissen? Du bisch jo selber di holbe Zeit irgendwo umerglegen!“
D:
„Schun? Porco, i konn mi sell nit erinnern. I konn mi opm 3. Kibel Sangria an nichts mehr erinnern." Das Ganze wird an dieser Stelle von einigen anerkennenden Grunzlauten ergänzt, um dem Obersäufer bzw. Kotzgewinner den angemessenen Respekt zu zollen. Einen lauwarmen Rülpser hinterher – so werden Sieger geehrt.
Anscheinend ist Kampftrinken eine Leidenschaft, die wohl nicht aus der Mode kommt. Nur blöd, dass ich meine Passion dafür niemals entdecken und erwecken konnte. Wenn ich mal zum Kampftrinken antreten wollte (und der Wille war durchaus da), endete es, nach einer erbärmlich kleinen Anzahl Fliegern und Welis, abzählbar an 3 Fingern. War ich voll, war voll. Da ging nichts mehr rein, kam aber auch nichts mehr raus. Womit mir (leider) auch komatöse Zustände immer verwehrt blieben. Erwachte ich am nächsten Tag aus meinem Ausnüchterungsschlaf, konnte ich mich an jedes Räuspern, an jeden stumpfen Witz, und leider auch an den Geschmack des Kaugummis meiner Schmus-Partner noch erinnern.
Was mit der Erinnerung auch kam, war der Ekel und die Scham. Die ja offensichtlich den meisten anderen verwehrt bleibt.
Und ich komme nicht darauf – Was ist so cool am Komasaufen und Kotzen, bis der Arzt kommt?
Man macht sich ja nicht attraktiv, wenn man – voll wie eine Haubitze und lallend wie David Hasselhoff in seinen besten Zeiten – hin und her schwankt und alle im Umkreis von 15 Metern mit seiner Kippe „ankokelt“.
Wo liegt also der Reiz am Wett- Feiern? Ist der, der am tiefsten abstürzt, auch der, der auf der Beliebtheitsskala am weitesten oben ist?
Ist viel Saufen=viele Freunde?
Oder viel saufen=viel Geld zum Versaufen?
Viel Saufen=viel Spaß?
Und viel Kotzen=viel Saufen=gut, weil : viele Freunde, viel Geld und viel Spaß?
Ach Mann…. Ich komme nicht drauf.
Ich würde ja mal montags im Bus fragen, aber Alkoholdämpfe, Tabakausdünstungen und detaillierte Beschreibungen zu Kotzkonsistenz und Fummelattacken blockieren mein Sprachzentrum sofort.
Also – kann‘s mir jetzt einer erklären?