Schnee Fall
28.10.2010
Als ich heute morgen um sechs Uhr steif gefroren aufwache, fällt mein erster Blick aus dem Fenster. Alles weiß. Kleines Bergdorf versinkt im Schnee!
Mein nächster Blick gilt dem Thermometer. Sieben Grad! IN meiner Wohnung! Also hat meine altersschwache Heizung endgültig den Geist aufgegeben. Ausgerechnet heute!
Dabei hatte ich sowieso das Gefühl, dass sie eher zur Verschärfung des Klimawandels als zum Heizen meiner Wohnung geeignet war. Denn das bisschen Wärme, das die kümmerlichen Radiatoren produzierten, suchte sich durch einfach verglaste Fenster (die ich bereits mit Decken abgeklebt habe) und diverse Ritzen sofort den Weg ins Freie. Ich verstehe gar nicht, wie es rund um meine Wohnung überhaupt schneien konnte!
Eigentlich wollte ich zur Arbeit fahren.
Das war, bevor ich einige unserer Bergbäume auf unsere Strommasten fielen und unsere Netzumsetzer mitrissen. Was leider zur Folge hatte, dass ich nun weder Strom noch Netz habe. Dafür aber massenhaft Zeit, Listen zu erstellen:
| Contra |
Pro |
| Ich kann meinen Kühlschrank verschrotten, innen ist eh wärmer als draußen |
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| Es ist elendig kalt |
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| Meine Zahnhälse frieren |
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| Ich finde mein Fahrrad nicht mehr |
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| Meine Zehen hängen in den Stiefeln, die vor der Tür stehen |
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| Meine Finger nahmen vor Tagen eine blaue Grundfärbung an |
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| Vor meiner Haustür steht ein riesiger Schneehaufen |
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| Unter dem Schneehaufen könnte mein Rad sein |
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| Oder mein Auto |
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| Oder meine Mutter |
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Ich mache mich nun doch auf den Weg zur Arbeit. Die Dörfler tippeln vorsichtig zur Arbeit. Sie ahnen: Wer heute stürzt und sich ein Bein bricht, bleibt liegen bis der Schnee geschmolzen ist, oder ein Rettungswagen mit Winterreifen aus Apulien kommt. Die Nachbarin erzählte mir heute, dass der Hausarzt nur bei lebensgefährlichen Verletzungen ausrückt. Da habe ich mit meiner kaputten Heizung ja noch richtig Glück gehabt.