Hilfreich oder sinnlos?
26.06.2008
Der 26. Juni ist „Internationaler Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr“. Diese Initiative wird gefördert von der UNO und von vielen internationalen Organisationen, die in Forschung, Prävention und Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen tätig sind. Auch das Assessorat für Gesundheit und Sozialwesen der Provinz Bozen nutzt den Tag, um vor allem Jugendliche für das Thema zu sensibilisieren.
Während jeder weiß, dass am zweiten Sonntag im Mai Muttertag und am 1. Mai der Tag der Arbeit gefeiert wird, werden andere Internationale „Anlass-Tage“ kaum beachtet. Manche fragen sich vielleicht: „Was für ein Tag soll heute sein? Wofür? Wogegen?“, um dann gleich zu antworten: „Ach, das bringt ja doch nichts!“.
Wir sind da anderer Meinung. All jenen, die behaupten, dass ein Tag gegen den Drogenmissbrauch das Verhalten der Menschen sicher nicht verändern wird, möchten wir entgegnen: Jede Veränderung beginnt im Kopf. Durch das Reflektieren, das Diskutieren und das Debattieren über unterschiedliche Standpunkte werden Veränderungsprozesse in Gang gesetzt.
Das beste Beispiel ist der 26. Juni selbst. Jedes Mal, wenn man den „Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr“ anspricht, beginnt eine angeregte Diskussion, denn viele missverstehen die damit verbundene Botschaft und glauben, dieser Tag propagiere das absolute Verbot jeder Art von legalen und illegalen Drogen.
Aber dem ist nicht so. Es geht am 26.Juni nicht darum zu verbieten und zu bestrafen. Die Absicht ist vielmehr, Menschen anzuregen, über ihren eigenen Gebrauch von möglicherweise schädigenden Substanzen nachzudenken.
Das Assessorat für Gesundheit und Sozialwesen der Provinz Bozen, das den 26. Juni für Informations- und Sensibilisierungstätigkeiten nutzt, möchte zur Auseinandersetzung mit der eigenen Gesundheit und dem eigenen Lebensstil anregen.
Denn warum sollte sich nicht jeder von uns einmal die Zeit nehmen und sich fragen, was Gesundheit für ihn eigentlich bedeutet, welche Rolle die Gefühle, der Stress und die gesellschaftlichen Anforderungen spielen, was es eigentlich heißt, sich gut zu fühlen, und nicht zuletzt, was unsere Leidenschaften sind und was unsere Abhängigkeiten?