Cyberspace
16.08.2010
Könntest du auf das Internet verzichten?
Eine solche Frage scheint heutzutage völlig irrelevant. Ob in der Arbeit, in der Schule oder der Freizeit, man kann ihm sowieso schwer aus dem Weg gehen. Vor allem Jugendlichen, die schon ihr gesamtes Leben „online“ sind, fällt es schwer sich ein Leben ohne Internet vorzustellen. Zu alltäglich sind Facebook, Youtube und Co., zu viele Vorteile sind mit dem Medium verbunden. Es macht unabhängig, ist billig, einfach zu bedienen und die Anwendungsmöglichkeiten scheinen unbegrenzt.
Das Internet ist wie eine riesige Spielwiese, auf der man sich verwandeln und geben kann, wie man will und vor allem in der Pubertät ist es interessant mit der eigenen Identität zu experimentieren und sich auszuloten. Gut wenn einem dazu ein Medium wie das Internet zur Verfügung steht. Man kann die Realität, samt allen persönlichen Problemen hinter sich lassen und ins Cyberspace verschwinden. Im Chat kann man sich anonym und frei über Träume, Wünsche und Phantasien unterhalten, man findet immer einen Gleichgesinnten und Scham, Angst vor Ablehnung und Äußerlichkeiten stehen einem nicht im Weg. Das all dies auch süchtig machen kann ist nahe liegend.
Internetabhängigkeit, oder auch Internet- bzw. Onlinesucht, ist ein sich weit verbreitendes und anerkanntes Phänomen. Damit ist eine übermäßige Internetbenutzung gemeint. Der Betroffene integriert nicht das Internet in sein Leben, sondern sein Leben ins Internet.
Dabei ist nicht entscheidend, wie viel Zeit man im Internet verbringt. Viel Zeit im Internet zu sein heißt nicht, dass man süchtig ist, aber der Übergang von der „normalen“ Nutzung hin zu einer „krankhaften“ ist fließend. Es gibt zahlreiche Indikatoren, die auf eine Abhängigkeit hinweisen. Einer dieser Indikatoren ist Kontrollverlust, soll heißen, es fällt einem schwer die Zeit zu begrenzen und zu kontrollieren, die man im Internet verbringt, man bleibt länger „online“ und steigt immer wieder ohne Grund ein. Weitere sind das Vernachlässigen von Freunden, verminderte schulische oder berufliche Leistungen, gesteigerte Aggressionen bei Internetverzicht, Schwierigkeiten nicht an das Internet zu denken oder auch Rückmeldungen und Beschwerden aus dem persönlichen Umfeld.
Wer von Natur aus schon etwas introvertiert ist und sich schwer tut soziale Kontakte zu pflegen ist besonders gefährdet im Netz hängen zu bleiben, da sich ihm bzw. ihr durch das Web die Möglichkeit bietet die Zeit zu vertreiben und Spaß zu haben ohne mit anderen Menschen „reelle“ soziale Kontakte zu pflegen.
Kaum jemand kann vor dem enormen Potential des Internet gleichgültig sein. Genau so ist niemand vor der Gefahr geschützt im Cyberspace hängen zu bleiben.