Wenn die Liebe zum Problem wird
05.12.2011
Es gibt nichts Schöneres auf der Welt als die Liebe. Wird behauptet. Aber Liebe kann auch ganz schön kompliziert sein. Manche Menschen leiden, weil sie keinen Liebespartner finden, andere hingegen, weil sie hoffnungslos verliebt sind, wieder andere, weil sie gerade Liebeskummer haben. Und dann gibt es tatsächlich die, die leiden, weil sie zwei Menschen gleichzeitig lieben.
Wie ist das möglich? Sich in jemanden zu verlieben, wenn man schon in einer Liebesbeziehung ist und sich glücklich fühlt, das kann doch nicht sein, wirst du jetzt vielleicht sagen. Doch, das kann tatsächlich sein!
Eigentlich ist es ganz einfach. Wir lernen jemanden kennen, verlieben uns und werden ein Paar. Wir verbringen viel Zeit miteinander, lernen uns in- und auswendig kennen, gewöhnen uns aneinander, sind glücklich. Wir schätzen die guten Seiten des/der anderen, und wir finden uns mit seinen/ihren „Macken“ ab. Die Zeit vergeht, und mit der Zeit auch die Verliebtheit. An ihre Stelle tritt ein Gefühl von tiefer Verbundenheit, von Vertrautheit, Sicherheit und Geborgenheit, von Liebe eben.
Liebe versus Verliebtheit
Plötzlich aber kommt uns eine Person in die Quere, eine Person die uns fasziniert, irritiert, interessiert, eine Person, die uns ernst nimmt, auf uns eingeht und uns das Gefühl gibt, etwas ganz Besonderes zu sein … und schon ist es passiert: wir sind verliebt - und haben ein Problem.
Was geht hier vor sich? Nun, Menschen sind emotionale Wesen und können verschiedenste Gefühle zeitgleich empfinden. Das Gefühl der Verliebtheit fühlt sich ganz anders an als das Gefühl der Liebe, und deshalb können wir uns in jemanden verlieben, obwohl wir bereits jemand anderen lieben. Verliebtheit ist weder besser noch schlechter als die gefestigte Liebe, sie ist eben nur anders. Sie hat zu tun mit Neugier, Unsicherheit, Mut, Spannung, … All das sind Gefühle, die sich in einer länger währenden Beziehung ins Gegenteil verwandeln, nämlich in Sicherheit, Geborgenheit und Vertrautheit.
Was tun, wenn man in diesem Wirrwarr von Liebesgefühlen steckt?
Es kann sein, dass sich in Bezug auf den/die Umschwärmte/n sehr bald eine gewisse Ernüchterung einstellt. Ein paar Dates, und wir merken, dass diese Person gar nicht so toll ist wie anfangs geglaubt. Zufrieden und dankbar wenden wir uns dann wieder dem geliebten Partner/der geliebten Partnerin zu. So plötzlich wie diese Person ins Leben getreten ist, so plötzlich verschwindet sie auch wieder.
Zurück bleibt eine Frage: soll ich meinem Partner/meiner Partnerin sagen, was mir passiert ist? Soll er/sie wissen, dass ich mich kurzerhand verliebt habe?
Manche behalten das Ganze lieber für sich, als kleines Geheimnis sozusagen, um den Partner/die Partnerin nicht zu verletzen oder zu beunruhigen. Andere hingegen halten es nicht aus und entscheiden sich sofort und trotz drohender Konsequenzen für absolute Offenheit. Letztendlich muss hier jede/r für sich entscheiden. Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht, man sollte nur wissen, was man sich selbst und dem Partner/der Partnerin zumuten kann.
Etwas anders sieht die Sache natürlich aus, wenn wir uns auf den neuen Schwarm immer tiefer einlassen, die Faszination bleibt und sich zusehends „mehr“ entwickelt. Dann werden wir uns irgendwann wohl entscheiden (müssen) zwischen dem sicheren Altbekannten und dem unsicheren Neuland.
Bild: © Piotr Marcinski - Fotolia.com
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