Wenn "Amor" auf sich warten lässt
25.01.2012
Wer träumt nicht von der großen Liebe, die einschlägt wie ein Blitz und uns in den siebten Himmel hievt? Manche trifft Amors Pfeil bereits in jungen Jahren. Schon mit zehn oder elf oder sogar noch früher können Kinder sich verlieben. Bei anderen hingegen dauert es wesentlich länger, sie warten mit 20 Jahren noch darauf, dass „es“ endlich passiert. Wie ist das möglich?
Was für die meisten von uns ganz selbstverständlich ist und sozusagen automatisch passiert, nämlich sich zu verlieben, das kann für manche zu einem echten Problem werden. Wenn sich die Liebe einfach nicht einstellen will, wenn das angeblich schönste Gefühl der Welt einfach nicht spürbar ist, dann kann schon mal Verzweiflung aufkommen.
Es kann sich wahrscheinlich jede/r vorstellen, dass es auf Dauer frustrierend sein kann, wenn rundherum Freunde und Freundinnen, Geschwister und Cousinen sich auf Liebeskurs befinden, vielleicht schon mehrere fixe Beziehungen hatten, man selbst bisher aber immer nur Zuschauer war. Da helfen dann auch keine tröstenden Worte nach dem Motto: „Bestimmt wird’ s bei dir auch bald klappen“. Vielmehr fühlt man sich als Außenseiter, wird von Selbstzweifeln geplagt, das Selbstwertgefühl rutscht in den Keller, und es scheint immer unwahrscheinlicher, dass „es“ doch noch passiert.
Abwarten oder aktiv werden?
An diesem Punkt stellen sich dann manche die Frage: Was soll ich bloß tun? Soll ich weiterhin einfach nur abwarten und Tee trinken und aufs Glück hoffen? Oder kann ich die ganze Sache vielleicht doch aktiv steuern?
Das Glück spielt sicherlich eine gewisse Rolle. Man kann es auch Zufall oder Schicksal nennen, wenn man „zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ ist und Amors Pfeil nicht nur einen selber, sondern tatsächlich auch den anderen oder die andere trifft. Dann ist das Glück sozusagen perfekt.
Zum Teil hängt es aber auch von uns selbst ab, ob, wie oft und wie heftig wir uns verlieben. Es hat mit dem individuellen Charakter, dem augenblicklichen Befinden, dem eigenen Verhalten, den persönlichen Einstellungen und Gefühlen zu tun, dass manche Menschen sich ständig aufs neue verlieben, andere wiederum sehr selten – und manche eben gar nicht.
Damit Amors Pfeil besser trifft
Je nach dem, in welcher Stimmung wir sind, wie offen wir in Bezug auf unsere Gefühle sind, wie kritisch wir anderen Menschen gegenüber sind, je nach dem wie wir uns geben und wie wir denken, können Gefühle des Verliebtseins entstehen oder nicht entstehen. Es lohnt sich, diese Punkte einmal zu überprüfen und zu hinterfragen. Vielleicht fliegt Amors Pfeil ständig an uns vorüber, weil wir ständig als Griesgram durch die Gegend laufen. Oder weil wir an anderen ständig etwas zu kritisieren haben und selten etwas Gutes an ihnen sehen. Oder weil wir unsere Gefühle gar nicht zulassen.
Ich denke, es ist ein Denkfehler, zu glauben, dass wir dem Schicksal komplett ausgeliefert sind. Jede und jeder kann etwas dazu tun, dass Amor uns etwas besser sieht und sein Pfeil uns mit einer etwas höheren Wahrscheinlichkeit trifft. Das gibt doch Hoffnung, oder?