Lebe den Tag!
01.07.2011
Wir sind überzeugt davon: wenn wir endlich die Schule abgeschlossen haben, wenn wir endlich dünner sind, wenn wir endlich einen Freund haben, wenn wir endlich ein Auto besitzen, wenn wir endlich von Zuhause ausgezogen sind... dann, ja, dann beginnt unser wahres Leben, dann werden wir wirklich glücklich sein. Aber ist dem tatsächlich so?
Der Autor Alfred Souza schreibt: „Über lange Zeit hatte ich ständig das Gefühl, mein Leben, mein wahres Leben, fängt jetzt bald an. Doch es gab immer wieder irgendwelche Hindernisse zu überwinden oder irgendetwas, das es zu lösen galt. Ein Geschäft, das noch Zeit brauchte, Schulden, die noch nicht zurückgezahlt waren, usw. Jedes Mal dachte ich, danach würde das Leben beginnen. Dann habe ich endlich verstanden, dass genau diese Hindernisse das Leben sind!“
Wer die Dinge auf diese Weise wahrnimmt, tut sich leichter zu verstehen, dass es kein Mittel gibt, um glücklich zu sein, sondern dass das Glücklichsein selbst, die Freude selbst das Mittel ist. Wenn wir nicht jetzt ein glückliches und erfülltes Leben leben, wann tun wir es dann? Denn wir werden immer auf Schwierigkeiten und Probleme stoßen, die wir meistern müssen. Demnach können wir diese Realität genauso gut akzeptieren und uns gleich dafür entscheiden, glücklich zu sein – egal was gerade ist. Das Glücklichsein und die Freude am Leben sind nicht das Ziel, sondern der Weg.
Also: hören wir auf, darauf zu warten, dass die Schule aus ist oder sie wieder anfängt, dass wir 5 kg abgenommen oder 5 kg zugenommen haben, dass wir einen Freund oder eine Freundin haben oder wir uns trennen. Hören wir auf, darauf zu warten, dass es Freitag Abend oder Sonntag Früh wird, dass wir ein neues Auto haben oder eine neue Wohnung. Hören wir auf, auf den Frühling, den Sommer, den Herbst oder den Winter zu warten.
Hören wir auf, auf ein besseres Leben zu warten und entscheiden, dass es keinen besseren Moment gibt, um glücklich zu sein, als den gegenwärtigen Augenblick.
Genieße also jeden Augenblick deines Lebens! Und genieße ihn umso mehr, weil du ihn mit geliebten Menschen teilen kannst!
Überleg jetzt mal kurz und versuche folgende Fragen zu beantworten:
Wer sind die fünf reichsten Menschen auf der Welt? Wer sind die letzten fünf Gewinnerinnen der Miss World Wahl? Wer hat alles einen Nobelpreis gewonnen? Wie heißen die letzten fünf Oskargewinner/innen der Kategorie „Bester Schauspieler/beste Schauspielerin“?
Wie läuft' s? Schlecht? Mach dir keine Sorgen. Denn niemand von uns erinnert sich an die Besten von gestern. Der Applaus verstummt. Die Trophäen verstauben. Die Gewinner/innen werden vergessen.
Und jetzt mach Folgendes:
Nenne die drei Professor/innen, die dich bei deiner Ausbildung unterstützt haben. Nenne drei Freund/innen, die dir in schweren Zeiten weiter geholfen haben. Denke an jene Menschen, die dir das Gefühle gegeben haben, etwas Besonderes zu sein. Nenne fünf Personen mit denen du deine Zeit verbringst.
Wie läuft' s? Besser? Nun, die Menschen, die dein Leben prägen, sind nicht jene mit dem höchsten Bekanntheitsgrad, dem meisten Geld oder den besten Auszeichnungen. Es sind jene, die sich um dich kümmern, die sich um dich sorgen, die in jedem Falle bei dir sind und zu dir stehen. Jetzt, in diesem Augenblick.