Geben und Nehmen
24.06.2011
Da gibt es jemanden, der ständig etwas von dir will, aber nie da ist, wenn du mal was brauchst. Diese Erfahrung hat wahrscheinlich jeder von uns schon mal gemacht. Ganz egal, ob es Bekannte, Freund/innen, der/die Liebespartner/in, Arbeitskolleg/innen, Arbeitgeber/innen oder die Eltern sind, wenn jemand uns ausnutzt, dann ist das kein angenehmes Gefühl.
Manchmal ist es gar nicht so einfach, drauf zu kommen, dass wir ausgenutzt werden. Wir fühlen uns zwar ungerecht behandelt, fragen uns aber gleichzeitig, ob da vielleicht mit uns etwas nicht stimmt. Denn zum einen können/wollen wir nicht glauben, dass uns ein lieber Mensch ausnützt, zum anderen ist es für uns normal, anderen zu helfen - wir selbst würden niemals jemanden ausnutzen.
Wenn wir ausgenutzt werden, dann kann das unterschiedliche Facetten haben: zum Beispiel fühlen wir uns wie ausgebeutet oder benutzt für einen Zweck, der nur dem anderen Vorteile bringt. Oder der andere fordert von uns nur und gibt selbst nichts. Oder wir sind zu gutmütig und hilfsbereit und schauen zu wenig auf uns selber.
Sobald in uns ein ungutes Gefühl entsteht, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass irgend etwas in der Beziehung zum anderen nicht stimmt. „Woran merke ich, ob mich jemand ausnützt“ ist eine häufig gestellte Frage von Jugendlichen. Unabhängig davon, von wem wir ausgenützt werden, lassen sich einige allgemeine Merkmale oder Verhaltensweisen ausmachen, die darauf hindeuten:
- jemand bittet dich ständig um einen Gefallen
- falls du diesen jemand um etwas bittest, schlägt er die Bitte ab
- jemand meldet sich nur bei dir, wenn er etwas braucht, sonst lässt er tage- oder wochenlang nichts hören
- jemand trifft sich nur mit dir, wenn er gerade Lust hat, nicht wenn du das willst
- jemand ist nur freundlich zu dir, wenn du etwas für ihn tust
- jemand findet alle möglichen Ausreden, um nichts für dich tun zu müssen
Sollte in dir das Gefühl, ausgenützt zu werden, auftauchen, dann könnte es dir eine Hilfe sein, die oben erwähnten Punkte zu überprüfen und die andere Person zu beobachten. Solltest du überzeugt sein, dass es wirklich so ist, dann ist es höchste Zeit sie darauf anzusprechen. Vermeide dabei aber, die Person gleich zu beschuldigen oder anzuklagen, sondern erzähle möglichst sachlich von deinem Eindruck.
Je nach dem wie sie reagiert, kannst du für dich entscheiden, was du an deinem Verhalten verändern willst und was du in Zukunft von ihr erwartest, damit es sich für dich lohnt, die Freundschaft aufrecht zu erhalten.
Denn vergiss nicht, jede Freundschaft kann auf Dauer nur durch gegenseitiges Geben und Nehmen bestehen.