Fernbeziehungen
23.08.2011
- vom Wiedersehen in der Endlosschleife -
Kennt ihr Sisyphos? Er entstammt der griechischen Mythologie und musste in der Unterwelt als Strafe einen großen schweren Stein einen Berg hinaufrollen. Oben fast angekommen rollt der Stein immer und immer wieder zurück und er muss sich erneut ans kraft- und nervenzehrende Hinaufrollen machen. Daher stammt auch der Begriff Sisyphosarbeit – eine Mühe, die auch trotz großer Anstrengung nie ganz zum Endziel führen wird.
Eine Fernbeziehung verläuft oft ähnlich. Das ewige Verabschieden, die Phase der Vorfreude, das Wiedersehen, die Phase des kurz bevorstehenden Abschieds, der Abschied und dann alles wieder von vorne. Wöchentlich, monatlich oder gar ( je nach Entfernung und finanziellen Aufwand) halbjährlich.
Oft entstehen Fernbeziehungen, weil man sich im Urlaub kennengelernt hat, aber kilometerweit auseinander wohnt; weil einer von beiden wegziehen muss oder weil man sich im Internet kennengelernt hat, aber auf zwei verschiedenen Kontinenten wohnt.
Grundvoraussetzung für das Funktionieren einer Fernbeziehung ist sicherlich in erster Linie der beidseitige Wille. Fernbeziehungen verlaufen nach eigenen Regeln und die Partner haben somit auch ganz andere Herausforderungen zu meistern. Doch darin kann auch ein Vorteil liegen, bzw. dies kann den besonderen Reiz ausmachen.
Eine Beziehung auf Distanz lebt von Telefonanrufen, Chats, Briefen und E-Mails. An sich sind diese Kommunikationsmittel gar kein schlechtes Medium um Kontakt zu halten. Schwierig wird es meist erst, wenn es Auseinandersetzungen oder Streit gibt. Die Situation von Angesicht zu Angesicht zu klären ist nicht möglich und manche Dinge können unmöglich über Wochen warten. Eine Klärung beim Wiedersehen wäre dann bestimmt nicht ganz so angenehm – Wiedersehensfreude vs. Streit. Und auch lange kalte Winternächte ohne Aussicht auf abendliche Kuscheleinheiten können ganz schön frustrierend sein.
Und dann, wenn der Moment des Wiedersehens gekommen ist, geht alles wie im Zeitraffer – tausend Dinge, welche man gerne unternehmen möchte, tausend Dinge zu besprechen, tausend Gefühle von 0 auf 100 und dann STOP. Tausend Tränen, ein paar Tage Schmerzen in der linken Brust um schließlich doch auf Alltagsmodus umzuschalten – alleine natürlich. Wie zwei Seifenblasen, die durch die Welt fliegen und sich manchmal zu einer großen Seifenblase vereinigen, um sich dann wieder zu trennen. Zerplatzen Seifenblasen nicht alle irgendwann einfach?
Wichtig bei einer Fernbeziehung ist es, trotz der Entfernung gemeinsame Rituale zu schaffen (z.B. tägliche Guten-Morgen-Sms oder täglichen Gute-Nacht-Anruf) , die Beziehung immer wieder neu zu erfinden, kreativ im Gestalten der gemeinsamen Zeit zu sein und dem anderen immer jeweils genug Zeit zu lassen, sich an die neue Situation, der plötzlichen Zweisamkeit, zu gewöhnen. Nicht jeder kann gleich von Nichts auf Vollgas schalten und ein bisschen „Fremdeln“ ist nichts ungewöhnliches, nachdem man jemanden eine Weile nicht mehr gesehen hat.
Es gibt definitiv viele funktionierende Fernbeziehungen. Nicht-Fernbeziehungen haben auch ihre Probleme, wenn auch anderer Art. Wenn ihr denkt, die richtige Person getroffen zu haben, solltet ihr euch von keiner Entfernung davon abhalten lassen mit dieser Person zusammen zu sein. Die schönste Freude ist die Vorfreude - auf das Wiedersehen- und bei einer Fernbeziehung kann man sich darüber immer wieder freuen!
„Und weiter sah ich den Sisyphos in gewaltigen Schmerzen: wie er mit beiden Armen einen Felsblock, einen ungeheuren, fortschaffen wollte. (…) Doch wenn er ihn über die Kuppe werfen wollte, so drehte ihn das Übergewicht zurück: von neuem rollte dann der Block, der schamlose, ins Feld hinunter. Er aber stieß ihn immer wieder zurück…“
(Homer: Odyssee 11. Gesang, 593–600. Übersetzung Wolfgang Schadew)
Sigrid
@ presley
25.08.2011 21:20
wor jo a lai meine meinung... mues man sich nit gschwind so aufregn... und so epes "passiert" nit... wenn man will konn man in kopf OLM ingscholtn lossn... lg =)
@letze
25.08.2011 19:25
des wor a meinung und es isch a schu net mir selbr ober in a vv guatn kollegin passiert de a deitschn ghobb ht es konn passiern und wieso cool terf man niammr normal diskutiern odr wia?
@Presley
24.08.2011 21:53
Muensch des isch cool wenn des do innerschreibsch? es gib nichts schlimmers in a beziehung as wenn sie betriegsch (oder sie ihn) ... so wearsch nie kuene freindin kriegn!
hmm?
24.08.2011 12:26
ma obo wenn man sich wirklich lieb..dn pasiert sel a net presley2...susch lieb man sich net richtig
@ wolgi
24.08.2011 11:14
najo konn sein wenn man erfohrn isch und man elter isch und man a auto etc hot sist hot de gonze soch wianig sinn sell hn i gseign weil i sog aso wenn man mol guater dinge es weekend isch und man sie long niammr gseign hot kannts holt passiern dass man sie betriag ^^
wo die liebe hinfällt...
24.08.2011 08:37
Fernbeziehungen und Alltag sind schwer zu vereinbaren - aus zwei Leben ein gemeinsames machen noch schwieriger.... aber überwindet Liebe nicht jedes Hindernis? ;-)
nanananananananana
23.08.2011 13:13
wenn an freind willsch don wersch woll ona nehmen der a va do isch weil suscht.......
konn funktioniern obr a nt
23.08.2011 11:31
i hon a schu einige fernbeziehungen schu lei innerholb südtirols ghobb be e poor hots funktioniert ober 90% konnsch de fernbeziehungen aufgebm