Die Hoffnung stirbt zuletzt
19.10.2011
Wenn die Freundin uns verlässt, dann hoffen wir, dass sie wieder zurück kommt. Wenn wir am Ende des Schuljahres zwischen Fünf und Sechs stehen, dann hoffen wir, dass die Lehrer sich für die Sechs entscheiden. Wenn unsere Eltern häufig streiten, dann hoffen wir, dass sie irgendwann vielleicht doch damit aufhören. Wenn uns ein Junge im Schulhof gefällt, dann hoffen wir, dass er uns anspricht. … „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, heißt es. Bestimmt kennst du diesen Spruch.
Das Gefühl der Hoffnung ist sehr wichtig, wir brauchen es, um uns in der Welt nicht ausgeliefert zu fühlen. Zu hoffen heißt, zuversichtlich sein und vertrauensvoll ein besseres Leben zu erwarten, auch wenn die augenblicklichen Lebensbedingungen schmerzhaft sind und die Zeiten vielleicht düster erscheinen.
Hoffnung beruhigt
Die Hoffnung ist ein ursprüngliches Gefühl, das in den Menschen verankert ist. Es wächst, wenn wir als Kinder von den Erwachsenen in den Arm genommen werden und sie uns sagen, alles wird gut werden. Hoffnung beruhigt unsere Zukunftsängste und ermutigt uns jedes Mal wenn wir niedergeschlagen sind, sie gibt unserem Leben einen Sinn. Wenn wir der Hoffnung vertrauen, dann entwickeln wir Optimismus.
Unser Gehirn unterstützt uns bei diesem Prozess. Wenn zu erwarten ist, dass uns etwas gut tun wird, dann ermuntert es uns, weiter in diese Richtung zu gehen. Es belohnt uns mit Wohlgefühl, und wir sind hoffnungsvoll.
Hoffnung lebendig halten
Zwar richtet sich die Hoffnung immer auf die Zukunft, aber wir können sie im Hier und Jetzt lebendig halten. Zum Beispiel indem wir uns realistische Ziele setzen. Tun wir das nicht und setzen uns zu hohe Ziele, dann mühen und strampeln wir uns ab, ohne das Leben genießen zu können und ohne unsere Ziele jemals zu erreichen. Das macht irgendwann hoffnungslos, depressiv und führt zu Resignation.
Hingegen wenn wir den Blick jeden Tag auf etwas richten, woran wir uns erfreuen und was auch erreichbar ist, dann bleiben wir hoffnungsvoll und optimistisch. Das kann zum Beispiel das gemütliche Frühstück am Morgen sein oder der Einkaufsbummel mit der Freundin am Nachmittag oder der Kinoabend mit Freunden usw.
Gerade jetzt, in einer Zeit, wo die Medien uns eine Hiobsbotschaft und Verunsicherung nach der anderen liefern und fast schon so was wie eine globale Untergangsstimmung herrscht, kann es gut tun, sich an den kleinen schönen Dingen zu orientieren.
Wie sieht's bei dir aus? Was ist deine große Hoffnung im Moment? Und wie hältst du sie lebendig?