Sex ohne Liebe
29.04.2011
Über diese Frage gehen die Meinungen meist sehr stark auseinander. Für die einen ist ganz klar: Liebe und Sex gehören unweigerlich zusammen. Sie müssen das Gefühl haben, als Person und nicht nur als Lustobjekt gemocht zu werden, und sie müssen sich dem anderen emotional nahe fühlen.
Für die anderen hingegen gehen Liebe und das Bedürfnis nach Sex nicht immer parallel. Sie müssen sich nicht geliebt oder verstanden fühlen, um dem anderen körperlich nahe sein zu wollen. Sie brauchen nicht den geringsten Hoffnungsschimmer, dass es nach der sexuellen Begegnung vielleicht doch eine Beziehung geben könnte.
Wieder andere befinden sich irgendwo dazwischen, sie haben Lust auf Sex mit jemandem, den sie gar nicht so richtig lieben oder es zumindest nicht so genau wissen, und sie fragen sich oft: Darf ich mit jemandem schlafen, wenn ich ihn vielleicht gar nicht richtig liebe? Oder liebe ich ihn, wenn ich mit ihm schlafe? Ganz schön kompliziert.
Dann gibt es vielleicht noch diejenigen, die sich in einer glücklichen Beziehung befinden und für die Sex ohne Liebe gut klingt und etwas Verwegenes darstellt. Mit dem beruhigenden Wissen, dass sie theoretisch könnten, wenn sie wollten, antworten sie auf die Frage "Sex ohne Liebe?" mit einem "Ja klar, das könnte ich mir schon vorstellen."
Eine allgemein gültige Antwort auf diese oft gestellte Frage wird es nicht geben. Oder vielleicht doch? Vielleicht könnte eine Antwort sein: Es ist dann ok, wenn es für beide passt wie es ist.
Wenn man zum Beispiel weiß, dass der andere das Zusammen schlafen als den großen Liebesbeweis betrachtet, dann sollte man es nur dann tun, wenn man sich seiner Liebe ganz sicher ist. Sonst verletzt man den anderen.
Wenn hingegen eine gewisse Unsicherheit in den Gefühlen für beide ok ist, es also nicht um den großen "Liebesbeweis" geht, und wenn beide Freude an der gemeinsamen Sexualität haben, dann kann man durchaus mit dem anderen Sex haben. In diesem Falle macht man dem anderen nichts vor und kann ihn auch nicht verletzen.
Solange man die Gefühle des anderen respektiert, ist vieles in Ordnung und möglich. Auch in dieser Frage.
Bild: Nathan Asher & The Infantry