Vom Teilen und Helfen
11.11.2011
Am 11. November ist der Tag des Hl. Martin. Vielleicht kannst du dich noch daran erinnern, wie du als Kind mit der Laterne durch die Straßen gezogen bist. Vielleicht weißt du auch noch, was die Geschichte des Hl. Martin aussagt. Der Hl. Martin war ein Soldat, und er hat seinen Mantel mit einem armen Bettler geteilt. Es geht bei der Geschichte also um das Teilen und um die Nächstenliebe.
Ich habe mich gefragt, wie es in unserer Gesellschaft um die Nächstenliebe und das Teilen steht. An manchen Ecken treffen wir auf Menschen, die offensichtlich ärmlich gekleidet sind und uns bittend ihre Hände entgegenstrecken. Wie hätte wohl der Hl. Martin auf sie reagiert? Und wie reagieren wir heute drauf? Wer von uns würde seinen Mantel mit dem Bettler teilen? Was symbolisch mit dem Teilen des Mantels dargestellt wird, ist wohl die Bereitschaft, anderen Menschen, denen es schlechter geht als uns selbst, etwas von dem abzugeben, was wir haben.
Dass das nicht so einfach ist, sieht man schon daran, wie Kinder mit dem Teilen umgehen. Es fällt kleinen Kindern gar nicht so leicht, ihre Spielsachen mit anderen Kindern zu teilen. Der eigene Besitz wird dann auch mal mit Schlägen und Bissen verteidigt.
Im Laufe der Entwicklung lernen wir dann aber, auf die Bedürfnisse anderer Menschen Rücksicht zu nehmen und in manchen Situationen auch mit anderen zu teilen.
Für dich konkret kann das bedeuten, einem Bettler mal etwas von deinem Taschengeld abzugeben, oder das Pausenbrot, das dir selbst gut schmeckt, mit einem Schulkollegen zu teilen, der seines vergessen hat. Es kann auch bedeuten, auf ein teureres Handy zu verzichten und das dadurch gesparte Geld jemandem zu geben, der es nötig braucht.
Du kannst eine Spende machen für Entwicklungsländer oder für Länder, die von Natur- oder Hungerkatastrophen betroffen sind. Denn wo immer wir uns umsehen, wir können feststellen, dass es auf der Welt sehr viele Orte gibt, in denen es Menschen schlechter geht als uns.
Doch auch in unserem Land können wir das täglich sehen. Es gibt arme Menschen, die betteln müssen, es gibt aber auch Menschen, denen es materiell zwar gut geht, die aber trotzdem Hilfe und Solidarität brauchen. Das sind zum Beispiel ältere Menschen, die allein sind, oder auch Bekannte und Freunde von uns, die gerade eine schwierige Situation durchleben. Das Teilen kann sich durchaus auch auf unsere Hilfsbereitschaft, unsere Zeit und Energie beziehen. Daher ist es auch im Sinne des Hl. Martin, jemandem nahe zu stehen, des sich einsam fühlt und sich über ein tröstendes oder freundliches Wort freuen würde.
Wie schaut' s bei dir aus? Was bist du bereit zu teilen?