Hauptsache laut...
03.09.2010
Unterwegs Musikhören gehört zum Alltag, ob im Einkaufszentrum, auf einem Spazierweg oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Immer wieder trifft man auf Leute, vor allem junge, aber nicht nur, die über Kopfhörer Musik hören. Es ist einfach angenehm, seine Lieblingsmusik immer überall bei sich zu haben, man kann für sich allein sein und sich so manche Wartezeit versüßen.
Es gibt wohl kaum noch Jugendliche, die keinen mp3-Player oder Musikhandy besitzen. Doch nur die wenigsten sind sich der damit verbundenen Gefahren bewusst, denn die Lautstärke kann dauerhafte Gehörschäden verursachen.
Vor allem an lauten Straßen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln will man den Lärm der Umgebung übertönen und dreht den mp3-Player aufs Maximum. Dass man dabei Lautstärken erreicht, die einem Discobesuch gleichzusetzen sind interessiert kaum. Hinzu kommt noch, dass Kopfhörer dazu verführen, die Musik lauter zu schalten. Tiefe Frequenzen werden normalerweise über den ganzen Körper als „beat“ wahrgenommen. Mit Kopfhörern fällt dieser Effekt weg und um dann ein ähnliches Wahrnehmungsgefühl zu erreichen braucht es lautere Musik.
Der Gedanke „Na ja, aber ich höre schon seit langem Musik über Kopfhörer, auch mal laute, und trotzdem höre ich gut“, kann dabei in die Irre leiten. Der Schalldruckpegel, welcher in Dezibel gemessen wird, und die Dauer der Belastung ergeben das Risiko für einen Hörschaden. Über längere Zeit und regelmäßig hohen Lautstärken ausgesetzt zu sein birgt also Gefahren, die sich aber meist erst im höheren Alter zeigen, dann wenn es schon zu spät ist, Innenohrschäden sind nämlich in der Regel bleibend.
Gängige Abspielgeräte besitzen leider keine sinnvollen Skalen, die den Benutzer auf den aktuellen Dezibelwert hinweisen, können aber Lautstärken von 100 und mehr Dezibel erreichen. Zum Vergleich: eine Kettensäge auf 1 m Entfernung erreicht ca. 110 Dezibel und bei 120 bis 130 Dezibel liegt die Schmerzgrenze. Jedoch bei Dauerlärmbelastung liegt die kritische Grenze für langfristrige Gehörschäden schon bei 85 Dezibel! Es kann also gut sein, dass man sich einer Gefahr mit Spätfolgen aussetzt, ohne es zu wissen, oder ohne jemals darüber nachgedacht zu haben und sich einfach darauf verlassen hat, dass die zur Verfügung gestellte Lautstärke sicherlich nicht schaden kann.
Am besten ist es also, einem Hörverlust schon in jungen Jahren vorzubeugen. Wenn man die Lautstärke unter 85 Dezibel hält, was in etwa dem Geräusch eines Fönes entspricht, und hin und wieder Hörpausen einlegt, kann man das Gehör schonen, ohne auf die andauernde Musikberieselung verzichten zu müssen.