Lebe dein Leben
17.01.2012
Eltern lieben ihre Kinder, Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder. Sicherlich hast auch du das schon öfters gehört. Über das, was das Beste ist, haben viele Eltern von vorne herein eine genaue Vorstellung. Viele haben den Lebensweg ihrer Kinder schon vorgezeichnet und verfolgen ihn konsequent. Sie wählen eine bestimmte Schule für ihre Kinder aus, entscheiden, welche Lehre sie machen oder wo sie was studieren sollen. Sie schicken ihre Kinder zum Klavier- und nicht zum Geigenunterricht, schreiben sie in den Skiclub und nicht in den Hockeyverein ein. Eltern finden es wichtig, dass ihre Kinder Markenkleidung tragen, und gut, wenn die Freunde ihrer Kinder dieselbe Sprache sprechen. Kurz gesagt: es gibt eine ganze Menge von Dingen, die Eltern wichtig, richtig, gut oder schlecht finden.
Vielleicht klingeln bei dir jetzt beide Ohren und du denkst dir: „Das kommt mir aber sehr bekannt vor“. Dass Eltern ihre eigene Vorstellungen haben, das ist ganz klar. Manchmal ist es aber so, dass die Eltern die Erwartung haben, dass ihre Kinder diese Vorstellungen teilen und ihnen entsprechen. Oft ist dem tatsächlich so. Oft allerdings gehen die Vorstellungen der Eltern und der Kinder weit auseinander - vielleicht nicht gerade alle, aber einige auf jeden Fall. Für Zündstoff ist dann gesorgt.
Im Grunde geht es in solchen Situationen um einen Interessenskonflikt. Einen Interessenskonflikt, der Kinder und Jugendliche, aber auch junge Erwachsene oft in ein Dilemma bringt. Denn welches Kind will es seinen Eltern nicht recht machen? Wer tut schon gerne etwas gegen den Willen der Eltern? Welches Kind, welcher Jugendliche oder junge Erwachsene wünscht sich nicht, dass die eigenen Eltern zu ihm stehen und das gut heißen, was er tut?
Die Kinder sind also oft vor die Wahl gestellt: entweder sie blenden ihre eigenen Vorstellungen aus und gehen widerstandslos den Weg, den die Eltern für sie vorgezeichnet haben oder sie bleiben den eignen Vorstellungen treu und kämpfen für die eigenen Ziele, auch wenn das zuweilen heftige Auseinandersetzungen bedeutet. Bei Variante eins verläuft das Familienleben sicherlich ruhiger und harmonischer, es kann aber passieren, dass die Kinder auch noch mit 30 die Klamotten anziehen, die nur den Eltern gefallen. Keine wirklich tolle Vorstellung, oder? Bei Variante zwei fühlt man sich zunächst vielleicht schlecht. Aber noch schlechter muss es sich anfühlen, nicht das eigene Leben, sondern das Leben der Eltern zu leben.
Wie seht ihr das? Lebt ihr euer Leben oder habt ihr das Gefühl, auf die Ziele zuzusteuern, die eure Eltern für euch festgelegt haben?
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